Verwechslungsgefahr: Asiatische Hornisse

Foto: Detailansicht einer männlichen Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) [Von Ken Thomas – KenThomas.us (personal website of photographer), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19102300]

Zahlreiche Berichte in der Presse und in den sozialen Medien hat sehr viele Menschen gegenüber der Asiatischen Hornisse besonders sensibilisiert. Dies führt jedoch auch immer wieder zu Tötungen von unserer heimischen und besonders geschützten Europäischen Hornisse (Vespa crabro). Im Eifer, etwas Gutes tun zu wollen, beschädigen Bürger*innen Wespennester oder verfolgen einzelne Tiere, die nur irrtümlich für die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) gehalten werden. Auch Fallen oder Locktöpfe für Jungköniginnigen, wie sie zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse beispielsweise von der Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim, empfohlen werden, unterscheiden nicht zwischen den Arten. So ist das Aufstellen von Fallen zum Einfangen von Jungköniginnen in Deutschland – anders als z. B. in Belgien – nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) laut den §§ 39 und 44 verboten. Selbst Imkerverbände appellieren eindringlich, von solchen Fallen abzusehen (ein Beispiel).

Unterschiede Europäische und Asiatische Hornisse

Unsere Europäische Hornisse ist mit bis zu 32 Millimeter Länge deutlich größer als die Asiatische, die nur bis zu 25 Millimeter groß wird. Die Europäische Hornisse weist Varianten in Färbung und Zeichnung auf, wirkt mit gelber Stirn, rötlichen Brustanteilen, rotbraunen Beinen und einem gelben Hinterleib mit schwarzen Punkten und Bändern insgesamt deutlich gelber als die Asiatische Hornisse mit orangener Stirn, schwarzer Brust, gelben Füßen und ihrem dunklen Hinterleib mit breiter, gelb-oranger Binde. Bei ihr finden sich nie rote Anteile. Eine gute Grafik zur Unterscheidung veröffentlichte der NABU Berlin: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/wespen-und-hornissen/06323.html

Asiatische Hornisse als invasive Art

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) wurde Anfang der 2010er Jahre über Warentransporte aus Südostasien eingeschleppt. 2018 hat die EU sie auf die Unionsliste der invasiven Arten gesetzt, was die Mitgliedsländer zur Bekämpfung verpflichtet. Allerdings ist sie seit März 2025 offiziell eine etablierte Art, obwohl sie sich bisher erst rund in einem Drittel des Bundesgebietes verbreitet hat. Somit gelten nun für Vespa velutina in Deutschland nicht mehr die gesetzlichen Vorgaben zur Früherkennung und Verhinderung der Ausbreitung (Artikel 16 der EU-Verordnung zu invasiven Arten). Stattdessen greifen Maßnahmen zum Management einer etablierten Art (Artikel 19). Der größte Unterschied: Die Bekämpfungspflicht der Naturschutzbehörden fällt weg. 

Bitte melden!

Naturschützer rufen dazu auf, den Fund in jedem Fall zu melden. Das geht über die Meldeplattform des jeweiligen Bundeslandes und über die Web-App von NABU|naturgucker. Zur leichteren Bestimmung enthält diese empfehlenswerte App zahlreiche Bilder, auch von Verwechslungsarten wie Europäische Hornisse, Wespen und Wespenschwebfliegen.

Es wird grundsätzlich davon abgeraten, selbst aktiv zu werden, auch zum eigenen Wohl.

Mehr Informationen veröffentlicht das Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/asiatische-hornisse#aussehen-und-vorkommen

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