Sal-Weide

Bildnachweis Titelbild siehe unten

Anfang März blühen nur wenige Pflanzen, weshalb die Sal-Weide der Treffpunkt für alle frisch erwachten Bestäuber aus der Umgebung ist. Nach einem langen Winter ist nahrhafter Pollen und Nektar überlebenswichtig, um Kraft zu schöpfen – die Sal-Weide bietet reichlich von beidem. Allerdings nicht jede: Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Pollen produzieren nur die männlichen Pflanzen, Nektar jedoch beide Geschlechter.

34 Wildbienenarten nutzen sie als Pollenquelle, davon acht spezialisierte, wie zum Beispiel die Weiden-Sandbiene (Andrena vaga). Wer eine Sal-Weide pflanzen möchte, um Wildbienen beim Pollensammeln zu beobachten, achtet beim Kauf auf den Zusatz Salix caprea ‚Mas‘ und kann so sicher gehen, ein männliches Exemplar erworben zu haben. Die samtweichen Blütenstände erinnern an Katzenfell, daher der häufig verwendete Name Kätzchenweide.

Als Pionierpflanze erobert die Sal-Weide gern sonnige Standorte, gleichzeitig ist sie auf viel Feuchtigkeit angewiesen.

Eine spezielle Anpassung der Blätter hilft ihr dabei, Feuchtigkeit zu speichern: Die Blattunterseite ist von einer feinen, filzigen Behaarung überzogen, wodurch Verdunstung reduziert wird. Die Sal-Weide wächst sehr schnell, wird um die 10 m hoch, bezahlt das Express-Wachstum jedoch mit einer geringen Lebenserwartung.

Nach wenigen Jahren werden erste Teile brüchig und schon nach ungefähr 60 Jahren hat sie ihr Lebensende erreicht.

85 Pilzarten und 502 pflanzenfressende Insektenarten ernähren sich von ihr, darunter alleine 219 Schmetterlingsraupen. Zum Beispiel die Raupe des magisch blau schimmernden Großen Schillerfalters (Apatura iris) oder die imposante, bis zu 10 cm große, rot-orange Raupe des Weidenbohrers (Cossus cossus). Ökologisch betrachtet ist die nur kurze Lebensspanne der Sal-Weide kein Verlust, nur Veränderung: Abgestorbene Sal-Weiden sind Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Käferlarven und anderen Organismen.

Bekommt die Sal-Weide Ihre Stimme?

Von der kurzlebigen Pionierpflanze mit den samtweichen Kätzchenblüten ernähren sich 502 pflanzenfressende Insektenarten, außerdem ist sie wichtige erste Nahrungsquelle für überwinternde Bestäuber.

Bildnachweise siehe unten


Welche Gehölze stehen noch zur Wahl?

Gefährdet – Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

Holla die Waldfee – Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Wunschbaum – Gemeine Hasel (Corylus avellana)

Gewöhnlich – die Hundsrose (Rosa canina)

Bildnachweis (oben): Karsten Mody

Quelle der Zahlen: Ellis WN (2001-2026): Plant parasites of Europe: leafminers, galls and fungi. https://bladmineerders.nl (consulted March 31, 2026).

Bildnachweise Collage: Sal-Weide: Willow, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Großer Schillerfalter: xulescu_g, CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0, via Wikimedia Commons

Weiden-Sandbiene: Bj.schoenmakers, CC0, via Wikimedia Commons

Weidenbohrer: Se90, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

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