Vom Weinberg in den Garten — Naturgärten an der Mosel
Ein Beitrag von Thorben Meischies
Als gebürtiger Norddeutscher wusste ich nicht viel über Wein, geschweige denn über die Weinberge. Mein Wissen beschränkte sich meist darauf, dass es weißen und roten Wein gibt, ereher in wärmeren Regionen angebaut wird und Riesling ein Weißwein sein müsste. Noch nie hatte ich etwas vom Artenreichtum der Weinberge oder von Strukturelementen wie Trockenmauern gehört.
Als mich das Leben vor einigen Jahren an die Mosel verschlug, änderte sich das schlagartig. Zusammen mit meiner Frau verwandelte ich den „konventionellen“ Garten unseres neu erworbenen Hauses — bestehend aus Rollrasen, Thuja-Hecken, Kirschlorbeer, Bambus u.ä. — in einen Naturgarten. Hierbei haben wir uns ganz auf die Expertise von Herrn Strickler aus Alzey verlassen. Die Beobachtungen in meinem Garten konnte ich in meiner Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter beim DLR Mosel vertiefen.
Die Weinberge der Mosel beherbergen eine bemerkenswerte Vielfalt an seltenen Tieren und Pflanzen. Was auf den ersten Blick wie eine malerische Kulturlandschaft erscheint, ist in Wirklichkeit ein ökologischer Schatz. Strukturen wie Trockenmauern, Terrassen, Magerrasen und Brachen bieten wertvolle Rückzugsräume für spezialisierte Arten, die anderswo längst verschwunden sind – darunter Wildbienen, Eidechsen, seltene Kräuter und der streng geschützte Apollofalter.
Ganz anders sieht es in den meisten heutigen Gärten aus: große Rasenflächen, exotische Ziersträucher, versiegelte Böden oder gar Schottergärten. Solche „Gärten“ sind, wie vermutlich jeder Leser eines Naturgarten-Blogs weiß, ökologisch nahezu wertlos. Es fehlt an heimischen Blüten, Nistplätzen, Vielfalt und Struktur, die für die heimische Fauna essenziell wichtig sind.
Ein naturnaher Garten dagegen, mit regionalen, weinbergstypischen Pflanzen und blühenden Wildkräutern, Trockenmauern und offenen Bodenstellen, kann rund um Mosel, Mittelrhein und Nahe zu einem lebendigen Teil eines wertvollen Lebensraummosaiks werden. Bundesweit ist die Fläche an Gärten fast genauso groß wie die Fläche aller Naturschutzgebiete der Republik. Gärten bieten als „Trittstein-Biotope“ eine wichtige Ergänzung zu den Naturschutzgebieten und können zum Erhalt der Biodiversität beitragen. So ist es auch an der Mosel keinesfalls selbstverständlich, dass man mehrmals pro Woche Segelfalter, Holzbienen, Mauereidechsen oder Gottesanbeterinnen von der Terrasse aus beobachten kann. Diese, für mich neuen, Erkenntnisse haben mich dazu veranlasst, mein Wissen über die Artenvielfalt der Weinberge und meine Beobachtungen aus meinem heimischen Garten in einem Buch zu kombinieren. Denn nur wenn ich beispielsweise die Futterpflanzen für die Raupen und zugleich die entsprechenden für die Falter bereitstelle, siedeln sich auch Schmetterlinge im Garten an.
Genau hier setzt mein Buch „Artenvielfalt. Vom Weinberg in den Garten.“ an. Nach einem Überblick über die beeindruckende Artenvielfalt der Mosel-Weinberge gehe ich auf weinbergstypische Pflanzen ein, die im heimischen Garten mindestens so schön und nützlich sind wie in der freien Natur. Zugleich wird der jeweilige ökologische Nutzen herausgestellt. Ebenfalls werden ausgewählte Tiere der Region vorgestellt, welche sich in Folge der naturnahen Gestaltungen von selbst ansiedeln. Um dies zu veranschaulichen, habe ich ein Jahr lang in den Weinbergen der Region und in meinem Naturgarten entsprechende Fotoaufnahmen gemacht.
Weitere wichtige Themen, wie die Bedeutung von Totholz, Vogeltränken, Nisthilfen oder Entsieglung werden ebenfalls angesprochen. In diesem Kontext bin ich sehr froh, dass ich mit Herrn Strickler einen äußerst kompetenten Lektor gefunden habe sowie durchaus stolz darauf, dass auch er von meinem Buch begeistert ist und es über die Mosel-Region hinaus empfiehlt.
So hoffe ich, dass ich mit diesem Buch mehr Gartenbesitzer dazu ermutigen kann, sich weg vom ökologisch wenig wertvollen „konventionellen“ Garten hin zum naturnahen Garten zu bewegen — für mehr Leben, mehr Farbe und mehr Verbindung zur Natur.
Ein Beitrag von Thorben Meischies
Als gebürtiger Norddeutscher wusste ich nicht viel über Wein, geschweige denn über die Weinberge. Mein Wissen beschränkte sich meist darauf, dass es weißen und roten Wein gibt, ereher in wärmeren Regionen angebaut wird und Riesling ein Weißwein sein müsste. Noch nie hatte ich etwas vom Artenreichtum der Weinberge oder von Strukturelementen wie Trockenmauern gehört.
Als mich das Leben vor einigen Jahren an die Mosel verschlug, änderte sich das schlagartig. Zusammen mit meiner Frau verwandelte ich den „konventionellen“ Garten unseres neu erworbenen Hauses — bestehend aus Rollrasen, Thuja-Hecken, Kirschlorbeer, Bambus u.ä. — in einen Naturgarten. Hierbei haben wir uns ganz auf die Expertise von Herrn Strickler aus Alzey verlassen. Die Beobachtungen in meinem Garten konnte ich in meiner Ausbildung zum Naturerlebnisbegleiter beim DLR Mosel vertiefen.
Die Weinberge der Mosel beherbergen eine bemerkenswerte Vielfalt an seltenen Tieren und Pflanzen. Was auf den ersten Blick wie eine malerische Kulturlandschaft erscheint, ist in Wirklichkeit ein ökologischer Schatz. Strukturen wie Trockenmauern, Terrassen, Magerrasen und Brachen bieten wertvolle Rückzugsräume für spezialisierte Arten, die anderswo längst verschwunden sind – darunter Wildbienen, Eidechsen, seltene Kräuter und der streng geschützte Apollofalter.
Ganz anders sieht es in den meisten heutigen Gärten aus: große Rasenflächen, exotische Ziersträucher, versiegelte Böden oder gar Schottergärten. Solche „Gärten“ sind, wie vermutlich jeder Leser eines Naturgarten-Blogs weiß, ökologisch nahezu wertlos. Es fehlt an heimischen Blüten, Nistplätzen, Vielfalt und Struktur, die für die heimische Fauna essenziell wichtig sind.
Ein naturnaher Garten dagegen, mit regionalen, weinbergstypischen Pflanzen und blühenden Wildkräutern, Trockenmauern und offenen Bodenstellen, kann rund um Mosel, Mittelrhein und Nahe zu einem lebendigen Teil eines wertvollen Lebensraummosaiks werden. Bundesweit ist die Fläche an Gärten fast genauso groß wie die Fläche aller Naturschutzgebiete der Republik. Gärten bieten als „Trittstein-Biotope“ eine wichtige Ergänzung zu den Naturschutzgebieten und können zum Erhalt der Biodiversität beitragen. So ist es auch an der Mosel keinesfalls selbstverständlich, dass man mehrmals pro Woche Segelfalter, Holzbienen, Mauereidechsen oder Gottesanbeterinnen von der Terrasse aus beobachten kann. Diese, für mich neuen, Erkenntnisse haben mich dazu veranlasst, mein Wissen über die Artenvielfalt der Weinberge und meine Beobachtungen aus meinem heimischen Garten in einem Buch zu kombinieren. Denn nur wenn ich beispielsweise die Futterpflanzen für die Raupen und zugleich die entsprechenden für die Falter bereitstelle, siedeln sich auch Schmetterlinge im Garten an.
Genau hier setzt mein Buch „Artenvielfalt. Vom Weinberg in den Garten.“ an. Nach einem Überblick über die beeindruckende Artenvielfalt der Mosel-Weinberge gehe ich auf weinbergstypische Pflanzen ein, die im heimischen Garten mindestens so schön und nützlich sind wie in der freien Natur. Zugleich wird der jeweilige ökologische Nutzen herausgestellt. Ebenfalls werden ausgewählte Tiere der Region vorgestellt, welche sich in Folge der naturnahen Gestaltungen von selbst ansiedeln. Um dies zu veranschaulichen, habe ich ein Jahr lang in den Weinbergen der Region und in meinem Naturgarten entsprechende Fotoaufnahmen gemacht.
Weitere wichtige Themen, wie die Bedeutung von Totholz, Vogeltränken, Nisthilfen oder Entsieglung werden ebenfalls angesprochen. In diesem Kontext bin ich sehr froh, dass ich mit Herrn Strickler einen äußerst kompetenten Lektor gefunden habe sowie durchaus stolz darauf, dass auch er von meinem Buch begeistert ist und es über die Mosel-Region hinaus empfiehlt.
So hoffe ich, dass ich mit diesem Buch mehr Gartenbesitzer dazu ermutigen kann, sich weg vom ökologisch wenig wertvollen „konventionellen“ Garten hin zum naturnahen Garten zu bewegen — für mehr Leben, mehr Farbe und mehr Verbindung zur Natur.
Artenvielfalt. Vom Weinberg in den Garten.
Erhältlich unter: www.naturgarten-mosel.de