Niedrige Trockenmauer

Wo ist es sinnvoll?


Beispielsweise zum Abfangen von Höhenunterschieden und Modellierungen, als Hochbeet, als gestalterisches Element, an Lichtschächten, als Sitzobjekt etc.
Man nehme:
Eine gute Auswahl ansehnlicher, größerer Steine (Sandstein, Kalkstein, Granit …), möglichst aus der Region, für höhere Mauern und zur Schaffung von Lebensräumen ggf. Steine als Hintermauerung
(gerne unbedenkliches Recyclingmaterial, Betonpflaster o. Ä.) Mineralbeton und/oder Schotter als Gründung und zum Hinterfüllen, etwas Split, Pflasterhammer, Maurerschnur, Wasserwaage, Schnureisen, evtl.
Steinmeißel, ausreichend Pflanzen fürMauerfugen. Dazu ebenfalls viel Elan und viel Muskelschmalz
So wird‘s gemacht:
Fundament (mindestens 30 cm tief und 20 cm breiter als der eigentliche Mauerfuß) ausheben. Als unterste Schicht 10 cm Schotter aufbringen. Fundamentsteine auf einer dünnen Splittschicht ausrichten. Die gesamte Mauer soll ca. 10 – 15 Grad gegen den Hang geneigt sein (Lotschnur/Wasserwaage).
Sichtmauerwerk sorgfältig aufschichten, dabei Fugen über Kreuz vermeiden.
Etwa ein Viertel der Steine soll als „Bindersteine“mit der Hintermauerung verzahnt sein, also nach hinten rausragen.
Wackelnde Steine werden von hinten (!) mit Steinsplittern verkeilt. Schichtweise das Sichtmauerwerk mit einer mindestens ebenso starken Hintermauerung hinterbauen. Dabei sollen Hohlräume und Ritzen entstehen, die Raum für Tiere bieten können. Bereits beim Bau werden die Fugenpflanzen gesetzt.
Diese sollen mit ihren Wurzeln idealerweise eine Verbindung ins dahinter liegende Substrat finden können. Als Hinterfüllung ist Schotter oder Kies (keine Erde) gut geeignet (vorsichtig lagenweise anstampfen). Die Mauerkronen und Ecken aus den größten und schönsten Steinen bauen. Schön ist es auch, direkt eine sonnenbeschienene Sitzbank einzubauen, die abends die Wärme des Tages abgibt.
So wird es genutzt:
Die Fugen und Hohlräume dienen als frostfreies Überwinterungsquartier und Versteck für eine Vielzahl von Lebewesen, von Wildbienen, über Kleinsäuger bis hin zu Reptilien und Amphibien. Besonnter Mauerfuß
und Mauerkrone sind hervorragende Trockenstandorte für wärmeliebende Pflanzen.
(Quelle: Natur&Garten 4/20, Birgit Helbig)