Sonniges Mager-Hügelbeet

Ein Teil eures Kleingartens ist für die kleingärtnerische Nutzung, also den Anbau von Obst und Gemüse vorgesehen. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft empfiehlt sich dafür ein Kompostbehälter, der Grünschnitt auffängt und euch mit fruchtbarem Kompost versorgt. Und dieser frische nährstoffreiche Erde darf auch in Zukunft getrost auf den Nutzflächen bleiben, denn für die meisten anderen Flächen gilt: Je magerer sie sind, umso mehr Vielfalt siedelt sich an! Was paradox klingt, ist im Detail ganz logisch: Wenn weniger Nährstoffe vorhanden sind, können konkurrenzstarke Arten sich nicht so rasch ausbreiten und Überhand nehmen. Dadurch bekommen zahlreiche andere heimische Arten ihre Chance zu wachsen und sich zu vermehren! Je nach Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Bodenzusammensetzung können ganz unterschiedliche Mischungen aus heimischen Stauden, kleinen Gehölzen und Frühblühern in ein solches Magerbeet eingesetzt werden – oder siedeln sich im Laufe der Zeit auch ganz von selbst an.

Gesamtansicht des Mager-Hügelbeetes mit Trockenmauer
Frisch nach der Bepflanzung sieht man noch viel Grund.

Unser sonniges Mager-Hügelbeet wird durch eine weitere Trockenmauer abgegrenzt. Dies bietet mehrere Vorteile: Wir haben nach vorne eine klare Grenze zum Garten, die Steine speichern Wärme und die breiten Fugen können bepflanzt werden und von Tieren als Rückzugsort genutzt werden. Ganz nebenbei dient die Mauer uns als Sitzgelegenheit. Ähnlich wie im Senkgarten kommen wir am Hügelbeet mit der Natur auf Augenhöhe.

Die Trockenmauer wurde wie die andere auf einem Schotterbett mit Bruchsteinen gesetzt. Bei dieser Mauer haben wir dabei nicht nur gleich hohe Steinplatten verbaut sondern ein bisschen mit Höhe und Form gespielt – so können ganz individuelle Muster entstehen!

Das Beet wurde mit einem Sand-Schotter-Gemisch aufgeschüttet, verdichtet und bepflanzt – wobei als „Starthilfe“ auch hier ein klein wenig Kompost dazugegeben werden darf. Beim Pflanzen wird ausreichend Abstand zwischen den Jungpflanzen gelassen, damit diese sich beim Wachstum ausbreiten und selbst versamen können. Übrigens ein toller Vorteil heimischer Wildstauden: viele samen sich sehr leicht selbst aus, so müssen wir nicht jedes Jahr aufs Neue Pflanzen kaufen und nachsetzen! (Auch wenn es zugegebenermaßen viel Spaß macht, auf heimischen Pflanzenmärkten zu stöbern! Unsere Regionalgruppe ist auch regelmäßig mit einem Infostand auf diesen Märkten vertreten ;)!)