Schotter wird bunt! In Issum

Issum wird bunter – Gemeinde liefert Impuls für naturnahe Vorgärten

Eins fällt auf, wenn man durch die beschauliche langgezogene Anwohnerstraße in Issum fährt. Die ersten Häuser haben sich mit ihren Vorgärten herausgeputzt. Doch dann kommt eine graue Schotterfläche und dann schon wieder eine. Es werden immer mehr, auch wenn das Grau mit Rot variiert, es ist und bleibt eine lebensfeindliche Schotterwüste, die sich im Sommer unerträglich erhitzt und keinen Lebensraum für heimische Insekten und Kleintiere bietet. 

Und dann die Überraschung: gestern war vor diesem entzückenden Haus doch noch ein Schottergarten und jetzt ist er weg. Das gleiche ein paar Häuser weiter. Zwei Familien, zwei ehemalige Schottergärten. Was für eine umweltbejahende Entscheidung der jungen Familien, die dort wohnen

Damaris an Mey ist Mitarbeiterin der Gemeinde Issum im Sachgebiet Klima – und Umweltschutz. Dank ihrer Idee,Anreize für die Begrünung der Vorgärten zu schaffen, haben 2 Familien den Vorgartenwettbewerb der Gemeinde gewonnen. Sie waren den öden Schottergarten vor ihrer Haustür leid und wollten wieder Leben und Farbe in ihren Garten holen.

Damaris und Sacha, Sprecherin der Regionalgruppe Linker Niederrhein (LiNi), waren sich schnell einig und Sacha hatte als Naturgartenplanerin einen Plan. Einen Pflanzplan und einen für die Durchführung. 

Bei frühsommerlichen Temperaturen kamen 21 (!) HelferInnen zusammen. Schotter raus, Folie raus, das hatten die beiden jungen Familien mit Hilfe der Nachbarschaft im Vorfeld erledigt. Dann den bestehenden Boden auflockern, wässern und eine Mischung aus vorhandenem Schotter und ungewaschenem Sand aufbringen. So konnte ein Teil des Schotters zweckdienlich wiederverwendet werden. Dieser Magerboden ist wichtig für die regionalen Wildblumen und mediterranen Kräuter, die anschließend eingepflanzt wurden. Dekorative Elemente aus Totholz und Steinhaufen wurden als Lebensräume für Kleintiere gesetzt. Die Gartenbank bekam den Naschplatz vor dem Pfirsichbaum, der in wenigen Jahrender Bank Schatten spenden wird. Der kleine Ahorn -ein Baum mit einer ganz besonderen Bedeutung für die Familie- ist auf die andere Seite des Vorgartens auf einen Hügel gesetzt worden. 

Der naturnahe Vorgarten wird spannend durch Höhen und Tiefen. So wurde neben dem Hügel auch eine Bodensenke als Regenwassersammler von den ehrenamtlichen Helfern gebaut. Das Ganze schön eingefasst mit dekorativen Steinen und Altholz als Ausstiegshilfe für Tiere, bepflanzt mit regionalen Wildpflanzen für wechselfeuchte Standorte.

Ein wundervolles Miteinander für alle beteiligten Familien, Nachbarn, Freunde, LiNis und den Ehrenamtlichen aus der aktuellen Fortbildung EiNs (Ehrenamt im Naturschutz stärken). Alle haben geholfen, gelernt und gestaunt, was man in einem halben Tag mit so vielen engagierten HelferInnen zum Wohle der Bewohner und der Umwelt umsetzen kann. Auch die anderen Schottergarten-Nachbarn sind neugierig geworden und schauten vorbei. Wir alle haben die Hoffnung, dass dieses Projekt in Issum Schule machen wird.

Mai 2026

Jutta