Veranstalter: Entomologischer Verein Krefeld gegründet 1905
Vortrag des Vorsitzenden Thomas Hörren
Der Entomologische Verein Krefeld hat im Jahr 2017 eine Studie über den drastischen Rückgang der Insekten durchgeführt und erregte mit der Veröffentlichung der Ergebnisse weltweite Aufmerksamkeit. Über die Erkenntnisse aus der Studie wurde in allen großen Zeitungen wie z. b. „Die Zeit“ und „The New York Times“ berichtet.
Am 17. Juni 2025 hatte Thomas Hörren, Vorsitzender des Entomologischen Vereins zu einem Vortrag in das denkmalgeschützte Stadtbad eingeladen, in welchem die ebenfalls unter Denkmalschutz stehende entomologische Sammlung ein neues Zuhause finden wird. Gespannt machten sich die LiNis (Melanie, Christina und Ricarda) auf den Weg. Eine gute Idee, wie sich schnell zeigen sollte! Thomas Hörren hatte nämlich eine Fülle an interessanten Informationen dabei:
Der Verein verfügt mit seinen 2,3 Millionen Exponaten (Insekten/Pflanzen/Literatur) über die zweitgrößte Landessammlung in NRW und es ist definitiv ein kulturhistorischer Schatz. Der 2003 ausgestorbene Regenbogen-Falter befindet sich im Besitz des Vereins, sowie 300 Jahre alte Schmetterlinge (sie werden aufgespießt um sie besser vor Schimmel zu schützen) und vieles mehr.
Die Sammlungen werden ehrenamtlich vom Verein betreut und sind von überragender Bedeutung für das Verständnis der Biodiversität. Diese Originale können dann jederzeit wieder untersucht werden und werden speziell etikettiert.
Die Mitglieder des Vereins betreiben ihre Forschungen größtenteils am Egelsberg in Krefeld, so wurde dort die goldene Blattwespe (stark gefährdet), der Kuckucksrüssler und erst vor 6 Jahren die Südliche Grabwespe entdeckt.
Insekten sind mit Pestiziden behaftet, trotz Naturhabitaten. Daher werden dringend Pufferzonen um die Naturschutzgebiete benötigt. Auch das Pestizid-Monitoring müsste öffentlich zugänglich sein, „aber da mauern die Landwirte“, so Hörren. Deshalb werden seitens des Vereins eigene Messungen durchgeführt und wissenschaftlich ausgewertet. Auf diese Weise werden wertvolle Daten zu diesem wichtigen Thema bereitgestellt.
Die Biomasse der Insekten wird über standardisierte Malaise-Fallen (Zeltfallen) ermittelt und ist in den letzten 30 Jahren um 75 % zurückgegangen, das Artensterben ist ein schleichender Prozess (Shifting Baseline Syndrom). Grund für den dramatischen Rückgang sind die ökologischen Belastungsgrenzen wie Klimakrise, Pestizidbelastung, Abholzung, Ozonloch, Süßwasserverbrauch, Ozeanversauerung, Partikelverschmutzung, ökologisches Ungleichgewicht (Insekt da, aber passende Pflanze noch nicht) etc.
Dies sind allesamt menschengemachte Ursachen!
Umso wichtiger ist es, dass der Mensch nach Abhilfe und Lösungen sucht. In diesem Bereich leistet der Verein wirklich Großes.
Ein neues Modellprojekt ist beispielsweise momentan in Arbeit, welches genetische Informationen von Stechmücken erfasst und die Daten an die Gesundheitsämter übermittelt. Mit Hilfe von Universitäten werden die Krankheitserreger ausfindig gemacht so und ein Frühwarnsystem erarbeitet.
Mein Fazit: Es ist eine traurige Tatsache, dass das Insektensterben durch unsere Zivilisation verursacht wird, doch der Vortrag von Thomas Hörren hat auch gezeigt, welch wichtige Forschungs- und Aufklärungsarbeit in Krefeld geleistet wird und das macht Mut für unsere Arbeit. Jeder kann auf dem kleinsten Quadratmeter Vielfalt säen und pflanzen. Wir müssen es nur tun 😊Und da gibt es schon erfreulich viele Ehrenamtliche!
Ricarda
Thomas Hörren hat folgende interessante Bücher verfasst:
Von Angesicht zu Angesicht
Vom Leben im Totholz
Insekten
Veranstalter: Entomologischer Verein Krefeld gegründet 1905
Vortrag des Vorsitzenden Thomas Hörren
Der Entomologische Verein Krefeld hat im Jahr 2017 eine Studie über den drastischen Rückgang der Insekten durchgeführt und erregte mit der Veröffentlichung der Ergebnisse weltweite Aufmerksamkeit. Über die Erkenntnisse aus der Studie wurde in allen großen Zeitungen wie z. b. „Die Zeit“ und „The New York Times“ berichtet.
Am 17. Juni 2025 hatte Thomas Hörren, Vorsitzender des Entomologischen Vereins zu einem Vortrag in das denkmalgeschützte Stadtbad eingeladen, in welchem die ebenfalls unter Denkmalschutz stehende entomologische Sammlung ein neues Zuhause finden wird. Gespannt machten sich die LiNis (Melanie, Christina und Ricarda) auf den Weg. Eine gute Idee, wie sich schnell zeigen sollte! Thomas Hörren hatte nämlich eine Fülle an interessanten Informationen dabei:
Der Verein verfügt mit seinen 2,3 Millionen Exponaten (Insekten/Pflanzen/Literatur) über die zweitgrößte Landessammlung in NRW und es ist definitiv ein kulturhistorischer Schatz. Der 2003 ausgestorbene Regenbogen-Falter befindet sich im Besitz des Vereins, sowie 300 Jahre alte Schmetterlinge (sie werden aufgespießt um sie besser vor Schimmel zu schützen) und vieles mehr.
Die Sammlungen werden ehrenamtlich vom Verein betreut und sind von überragender Bedeutung für das Verständnis der Biodiversität. Diese Originale können dann jederzeit wieder untersucht werden und werden speziell etikettiert.
Die Mitglieder des Vereins betreiben ihre Forschungen größtenteils am Egelsberg in Krefeld, so wurde dort die goldene Blattwespe (stark gefährdet), der Kuckucksrüssler und erst vor 6 Jahren die Südliche Grabwespe entdeckt.
Insekten sind mit Pestiziden behaftet, trotz Naturhabitaten. Daher werden dringend Pufferzonen um die Naturschutzgebiete benötigt. Auch das Pestizid-Monitoring müsste öffentlich zugänglich sein, „aber da mauern die Landwirte“, so Hörren. Deshalb werden seitens des Vereins eigene Messungen durchgeführt und wissenschaftlich ausgewertet. Auf diese Weise werden wertvolle Daten zu diesem wichtigen Thema bereitgestellt.
Die Biomasse der Insekten wird über standardisierte Malaise-Fallen (Zeltfallen) ermittelt und ist in den letzten 30 Jahren um 75 % zurückgegangen, das Artensterben ist ein schleichender Prozess (Shifting Baseline Syndrom). Grund für den dramatischen Rückgang sind die ökologischen Belastungsgrenzen wie Klimakrise, Pestizidbelastung, Abholzung, Ozonloch, Süßwasserverbrauch, Ozeanversauerung, Partikelverschmutzung, ökologisches Ungleichgewicht (Insekt da, aber passende Pflanze noch nicht) etc.
Dies sind allesamt menschengemachte Ursachen!
Umso wichtiger ist es, dass der Mensch nach Abhilfe und Lösungen sucht. In diesem Bereich leistet der Verein wirklich Großes.
Ein neues Modellprojekt ist beispielsweise momentan in Arbeit, welches genetische Informationen von Stechmücken erfasst und die Daten an die Gesundheitsämter übermittelt. Mit Hilfe von Universitäten werden die Krankheitserreger ausfindig gemacht so und ein Frühwarnsystem erarbeitet.
Mein Fazit: Es ist eine traurige Tatsache, dass das Insektensterben durch unsere Zivilisation verursacht wird, doch der Vortrag von Thomas Hörren hat auch gezeigt, welch wichtige Forschungs- und Aufklärungsarbeit in Krefeld geleistet wird und das macht Mut für unsere Arbeit. Jeder kann auf dem kleinsten Quadratmeter Vielfalt säen und pflanzen. Wir müssen es nur tun 😊Und da gibt es schon erfreulich viele Ehrenamtliche!
Ricarda
Thomas Hörren hat folgende interessante Bücher verfasst:
Von Angesicht zu Angesicht
Vom Leben im Totholz
Insekten