„Gärten für die Artenvielfalt“: 1.184 Arten in Claudias Reihenhausgarten

Von Claudia aus Wiesbaden

Unser Wiesbadener Reihenhausgarten wurde 2024 im Rahmen des BfN-Projektes „Tausende Gärten, Tausende Arten“ mit Gold prämiert (https://www.tausende-gaerten.de/praemierte-paradiese/).

Wir (Ulli Kaiser und ich, zwei klassisch ausgebildete Biologen) haben danach gezielt untersucht, wie viele Arten in unserem kleinen Garten (300 qm, strukturreich, naturnah gepflegt) tatsächlich vorkommen. Seit November 2024 dokumentieren wir alle unsere Funde im Naturgarten e.V.-Dachprojekt „Gärten für die Artenvielfalt“, das iNaturalist als Dokumentationsplattform nutzt:
https://www.inaturalist.org/projects/artengarten-wiesbaden-komponistenviertel

Mittlerweile haben wir dort in knapp 3.000 Datensätzen („Beobachtungen“) 1.184 verschiedene Arten nachgewiesen. Wir versuchen, alle Bereiche der Biologie abzudecken, also sowohl Tiere und Pflanzen als auch Pilze und Flechten, auch wenn wir leider nicht in allen Gruppen über gleich gute taxonomische Kenntnisse verfügen. Aber die modernen Apps sind bei der taxonomischen Zuordnung mittlerweile hilfreich und in iNaturalist schauen Experten über die Bestimmungsvorschläge und verleihen dem Datensatz erst bei sicherer Zweitbestimmung „Forschungsqualität“.

Unter den Vögeln sind die 6 Mehlschwalbenpaare, die seit Jahren am Haus in Kunstnestern brüten, der regelmäßig vorbeischauende Uhu und der Sperber bemerkenswert. Bei den Reptilien gelang uns 2025 mehrfach der Fotonachweis der Äskulapnatter, die vom Geisberg über die Idsteiner Straße in unseren Garten gelangt. Der für Wiesbaden typische Gartenschläfer und leider der Waschbär sind natürlich auch dabei. Und im fischfreien Gartenteich lebt eine größere Population Fadenmolche und einzelne Erdkröten, Bergmolche sowie Gras- und Springfrösche (!).

Exemplarisch haben wir nun die Ordnung der Schmetterlinge detaillierter ausgewertet:
Mittlerweile konnten wir 163 Schmetterlingsarten aus 32 verschiedenen Familien in unserem kleinen Garten dokumentieren. Highlights sind dabei der Weiße Waldportier (RL 2 in D), die Dunkelbraune Brombeereule (RL R in D) und der Segelfalter (RL 3 in D, leider kein Fotonachweis, aber mehrfach beobachtet). Natürlich sind der Großteil der nachgewiesenen Schmetterlingsarten Nachtfalter, die wir seit Frühsommer 2025 mit Lichtfang gezielter erfassen. Die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zum Fang von nachtaktiven Insekten mittels Lichtfang der UNB vom 17. März 2025 liegt selbstverständlich dafür vor.