ist ein Projekt der Regiogruppe Östliches Ruhrgebiet des NaturGarten e.V.
Im ArtenGarten wachsen ausschließlich gebietsheimische Pflanzen auf verschiedenen Standortbedingungen:
Pflanzen, die für sonnige Standorte geeignet sind und dabei nur wenige Nährstoffe benötigen, findest Du in den Sandbeeten und auf dem Blumenschotterrasen. Der Sand ist ungewaschen und schwer, so dass Wildbienen in ihm stabile Nistgänge graben können. 80 % unserer Wildbienen benötigen zum Nisten nämlich freien, sonnenbeschienenen Boden und nur 20 % nutzen die in Nisthilfen nachgeahmten Holzgänge.
Blumenschotterrasen stellt eine gute Alternative zu versiegeltem Boden dar. Es gibt zahlreiche Pflanzen, die mit dem steinigen und in der Regel aufgeheizten Untergrund gut zurechtkommen und dabei auch trittfest sind.
Wechselfeuchte Pflanzen gedeihen in der Sickergrube, in der der ursprünglich vorhandene Lehmboden belassen wurde. Je nach Regenmenge und Temperatur stehen die Pflanzen entweder im Wasser oder aber die Grube fällt trocken – die ausgewählten Pflanzen vertragen beides. Wildbienen können sich im Becken mit feuchtem Lehm für ihre Bauten versorgen und alle Tiere können an der Grube ihren Durst stillen. Schon kurz nach Fertigstellung wurde ein Grasfrosch gesichtet.
In den Schattenbereichen ist der Boden nährstoffreich und wieder andere Pflanzen bewohnen den Standort.
Heimische Pflanzen, die standortpassend ausgewählt wurden, haben viele Vorteile. Sie sind pflegeleicht, robust, winterhart und einmal angesiedelt, bleiben sie für immer. Sobald sie gut eingewurzelt sind, versorgen sie sich selbst und müssen nicht einmal gegossen werden. Darüber hinaus sind sie nicht nur für uns Menschen eine hübsche Augenweide, sondern unverzichtbar für Insekten, die sich im Laufe der Jahrmillionen gemäß Schlüssel-Schloss-Prinzip an sie angepasst haben. Ohne ihre Pflanze gibt es die spezialisierten Insekten nicht, denn die Pflanze ist für jedes Lebensstadium genau passend für das Tier. Viele der früher weit verbreiteten Naturräume wie Wiesen und Waldsäume fehlen in unserer aufgeräumten und vollumfänglich genutzten Umwelt und so fehlen leider auch die erwähnten Pflanzen. Wo die Pflanze fehlt und das Insekt sich nicht entwickeln kann, wird auch der Igel nicht satt, ebenso wie Reptilien, Amphibien und Vögel.
Im ArtenGarten sind neben den unterschiedlichen Standorten auch weitere wichtige Elemente zu sehen. Im Steinhaufen können Amphibien, Reptilien, Schmetterlinge, Spinnen und Käfer überwintern. Im Totholz tobt das Leben: Kaum ein anderer Lebensraum weist eine vergleichbare strukturelle Vielfalt auf und bringt einen so großen Artenreichtum hervor. Je nach Standort, Holzart und der Art, wie das Totholz eingebaut wird, lockt es ganz unterschiedliche Nutznießer an und spielt seine so wichtige Rolle im Kreislauf des Lebens.
Auch Dein Balkon oder Garten kann Lebensraum und Trittsteinbiotop sein. Hol Dir Anregungen und sprich uns von der Regiogruppe gerne an. Mehr Infos unter: www.naturgarten.org.