


{"id":3724,"date":"2026-01-16T15:39:26","date_gmt":"2026-01-16T14:39:26","guid":{"rendered":"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/?p=3724"},"modified":"2026-08-17T14:12:53","modified_gmt":"2026-08-17T12:12:53","slug":"naturkleingarten-blumenschotterrasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/2026\/01\/16\/naturkleingarten-blumenschotterrasen\/","title":{"rendered":"Naturkleingarten: Blumenschotterrasen"},"content":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Martina van Wesel<\/p>\n\n\n\n<p>Heute m\u00f6chte ich von meinem neuesten Projekt, dem Blumenschotterrasen erz\u00e4hlen. Schotter? Sofort kommen einem Bilder von Schottervorg\u00e4rten in den Kopf, wo die messbare Bodentemperatur auf fast 70 \u00b0C ansteigt und einzelne Kugelschnittzypressen die \u201eDeko\u201c bilden. Nein, das hat nat\u00fcrlich weder in einem Kleingarten noch in einem Naturgarten was zu suchen. Konzentrieren wir uns lieber auf die W\u00f6rter \u201eBlumen\u201c und \u201eRasen\u201c in \u201eBlumenschotterrasen\u201c. Ein Blumenschotterrasen ist eine Nutzfl\u00e4che, die begangen oder befahren werden kann und gleichzeitig den Blumen und dem Rasen Raum bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie kommt man aber nun dazu, so etwas in einem Kleingarten anzulegen? Als ich 2022 meinen Kleingarten von der Kampagne \u201eTausende G\u00e4rten \u2013 Tausende Arten\u201c pr\u00e4mieren lie\u00df, habe ich bei den Testerinnen nachgehakt, was ich denn dar\u00fcber hinaus noch in meinem Garten verbessern kann. So schlug man mir f\u00fcr die seitliche Terrasse einen Blumenschotterrasen anstelle der Waschbetonplatten vor. Dieser tolle Vorschlag brauchte allerdings noch 3 Jahre bis zur Umsetzung und wurde durch die angrenzende, langsam abrutschende Hangbefestigung nun auch dringend notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Erstes hie\u00df es: Platten wegmachen und zirka 15 bis 20 Zentimeter tief ausschachten. W\u00fcrde der Blumenschotterrasen zum Beispiel von Autos befahren werden, muss man mit zwei unterschiedlichen Schichten \u2013 mit Trag- und Deckschicht \u2013 arbeiten und tiefer buddeln. Da wir die Terrasse aber nur laufenden Fu\u00dfes betreten, reicht hier die Deckschicht von zirka 15 Zentimetern in einer einzigen Lage vollkommen aus. Wichtig beim Anlegen eines Weges oder einer Terrasse ist, dass ein leichtes Gef\u00e4lle weg von der Laube eingehalten wird und der tiefste Punkt, wo sich dann das Wasser sammeln k\u00f6nnte, nicht auf dem Weg liegt, sondern dass das Wasser seitlich abflie\u00dfen kann. Dies ber\u00fccksichtigt man schon beim Ausschachten. Als N\u00e4chstes setzt man Begrenzungssteine, was bei mir allerdings nicht notwendig war, da meine Fl\u00e4che rundherum schon begrenzt war.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die angrenzende Hangbefestigung nutzte ich die vorhandenen, aber schon leicht marodierten Pflanzsteine der Terrasse. Daf\u00fcr setzte ich die Pflanzsteine eine Etage tiefer und versteckte sie hinter einer Trockenmauer. Diese Trockenmauer baute ich aus den entnommenen Waschbetonplatten, die mein Pa zuvor mit einem Vorschlaghammer zerschlagen hatte \u2013 so hat jeder seine Aufgaben im Garten ;-). Die Trockenmauer baute ich weiter zu einem Mini-Hochbeet aus, damit ich auch wieder die Pflanzen aus den Pflanzsteinen unterbringen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischenzeitlich war der Kalksteinschotter in der Gr\u00f6\u00dfe 0\/22 (0 Millimeter = kleinste Gr\u00f6\u00dfe = Sand, 22 Millimeter = gr\u00f6\u00dfte Gr\u00f6\u00dfe der Steine) angekommen und mit vielerlei Helferlein auf k\u00fcrzesten Weg durch Nachbars Garten ins Loch gesch\u00fcttet worden. Dabei wurde immer wieder mit dem Stampfer die Schotterfl\u00e4che verdichtet. Vorsicht beim Handhaben des Stampfers. So ein Ding auf den Fu\u00df zu bekommen, tut h\u00f6llisch weh. Zuallerletzt wird noch eine unkrautfreie Kompostschicht von zirka 4 bis 5 Zentimetern in die oberste Schotterschicht eingearbeitet. Dann wird die Fl\u00e4che gew\u00e4ssert und noch einmal feucht verdichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit auch wirklich etwas Vern\u00fcnftiges aus dem Schotter w\u00e4chst, gibt es auch hier Mischungen von regionalem heimischem Saatgut. Aus so einer Mischung suchte ich mir meine Favoriten heraus und verfeinerte sie mit meinen Wunschkandidaten, um ein bisschen den \u00dcberblick zu behalten. Meine Wahl fiel auf: Gew\u00f6hnlicher Thymian (Thymus pulegioides), Gew\u00f6hnliches Leinkraut (Linaria vulgaris), Rundbl\u00e4ttrige Glockenblume (Campanula rotundifolia), Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis), Raue Nelke (Dianthus armeria), Berg-Sandgl\u00f6ckchen (Jasione montana), Kalk-Aster (Aster amellus), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) und Gew\u00f6hnliche Ochsenzunge (Anchusa officinalis). Wobei ich versucht habe, die Gr\u00f6\u00dferen mehr an die R\u00e4nder und die Kleineren mehr zur Mitte hin zu setzen. Wahrscheinlich wurden sie aber beim Gie\u00dfen in der sehr trockenen Anfangsphase alle durcheinandergew\u00fcrfelt. Die Samen werden am besten mit leicht feuchtem Sand gemischt und ausgebracht. Dabei sollten sie m\u00f6glichst Bodenschluss bekommen, indem man sie andr\u00fcckt (durch Walzen oder Stampfen).<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade diese Magerk\u00fcnstler haben es in unserer Region schwer, da magere Brachfl\u00e4chen oft vom Schmetterlingsflieder \u00fcberrannt werden. Dieser lockt zwar Schmetterlinge an, h\u00e4lt aber kaum Nahrung f\u00fcr deren Raupen bereit und verdr\u00e4ngt dabei noch andere heimische Pflanzen. Er steht deswegen auf der Liste der potenziell invasiven Arten des Bundesamtes f\u00fcr Naturschutz.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf meiner Fl\u00e4che zeigte sich zuerst das Acker-Vergissmeinnicht und zuletzt noch das h\u00fcbsche kleine Gemeine Leinkraut \u2013 es wird auch gerne das Wilde L\u00f6wenm\u00e4ulchen genannt. Viele kleine weitere Keimbl\u00e4tter lassen sich blicken, bin schon gespannt, was daraus wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder werde ich gefragt, ob man denn die neu angelegte Fl\u00e4che betreten darf. Aber nat\u00fcrlich! Es geh\u00f6rt einfach mit zum Erscheinungsbild eines Blumenschotterrasens: Dort wo man langl\u00e4uft, w\u00e4chst weniger und dort, wo man nicht langl\u00e4uft, darf die anges\u00e4te Vegetation frei wachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es gibt auch andere, \u00e4hnliche M\u00f6glichkeiten, Wege beziehungsweise Fl\u00e4chen naturnah zu begr\u00fcnen: Die wassergebundene Wegedecke zum Beispiel. Die Gartenfreunde Essen-Stadtwald haben es vorgemacht mit einem Schotterrasen f\u00fcr den 200 Meter langen Weg durch die Anlage. Oder zuletzt beim Workshop \u201eWassergebundene Wegedecke\u201c in Steffis Refugium. Hier wurde auch nur die Deckschicht wie bei mir angelegt: 10 bis 15 Zentimeter Brechsand (Natursteinsand mit der K\u00f6rnergr\u00f6\u00dfe von 0 bis 5 Millimeter), Schicht f\u00fcr Schicht einf\u00fcllen, befeuchten und stampfen oder walzen. Zus\u00e4tzlich wurden Polygonalplatten eingebracht und an den R\u00e4ndern Kr\u00e4uter gepflanzt.<\/p>\n\n\n\n<p>All diese naturnahen Wege und Fl\u00e4chen, so unterschiedlich sie auch sind, nehmen Regenwasser auf und senken durch ihren Bewuchs die Boden- und Umgebungstemperatur. Ein Wegebau f\u00fcr die Zukunft. (mvw)<\/p>\n\n\n\n<p>Neugierig? F\u00fchrungen, Pflanzenliste, Gartenpl\u00e4ne und Kontakt gibt es unter tinasnaturkleingarten@web.de<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literaturtipp<\/strong><br><a href=\"https:\/\/shop.naturgarten.org\/Buecher\/Lebensraeume\/97\/Schoene-Wege-im-Naturgarten-Wege-Plaetze-und-Einfahrten-als-Lebensraeume\">Sch\u00f6ne Wege im Naturgarten, Ulrike Aufderheide<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Internettipp<\/strong><br><a href=\"http:\/\/www.naturgarten.org\/wissen\/2021\/03\/30\/der-blumenschotterrasen\/\">www.naturgarten.org\/wissen\/2021\/03\/30\/der-blumenschotterrasen\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.naturgarten.org\/wissen\/2024\/02\/28\/schotter-wird-bunt\/\">www.naturgarten.org\/wissen\/2024\/02\/28\/schotter-wird-bunt\/<\/a> (Umwandlung eines Schottervorgartens)<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"3730\" src=\"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/1_IMG_20250315_152529_334_eciRGBv2_kleiner-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3730\" srcset=\"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/1_IMG_20250315_152529_334_eciRGBv2_kleiner-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/1_IMG_20250315_152529_334_eciRGBv2_kleiner-300x225.jpg 300w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/1_IMG_20250315_152529_334_eciRGBv2_kleiner-768x576.jpg 768w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/1_IMG_20250315_152529_334_eciRGBv2_kleiner-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/1_IMG_20250315_152529_334_eciRGBv2_kleiner-920x690.jpg 920w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/1_IMG_20250315_152529_334_eciRGBv2_kleiner-790x593.jpg 790w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/1_IMG_20250315_152529_334_eciRGBv2_kleiner-1320x990.jpg 1320w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/1_IMG_20250315_152529_334_eciRGBv2_kleiner.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Boden wird zirka 15 bis 20 Zentimeter ausgeschachtet.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" data-id=\"3729\" src=\"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2_IMG_20250329_150307_942_eciRGBv2_kleiner-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3729\" srcset=\"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2_IMG_20250329_150307_942_eciRGBv2_kleiner-768x1024.jpg 768w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2_IMG_20250329_150307_942_eciRGBv2_kleiner-225x300.jpg 225w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2_IMG_20250329_150307_942_eciRGBv2_kleiner-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2_IMG_20250329_150307_942_eciRGBv2_kleiner-518x690.jpg 518w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2_IMG_20250329_150307_942_eciRGBv2_kleiner-1320x1760.jpg 1320w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/2_IMG_20250329_150307_942_eciRGBv2_kleiner.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Kalksteinschotter wird immer wieder mit dem Stampfer verdichtet. Der Vorschlaghammer ist zum Verdichten an den Kanten geeignet.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" data-id=\"3731\" src=\"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/3_IMG_20250426_192816_219_eciRGBv2_kleiner-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3731\" srcset=\"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/3_IMG_20250426_192816_219_eciRGBv2_kleiner-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/3_IMG_20250426_192816_219_eciRGBv2_kleiner-300x225.jpg 300w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/3_IMG_20250426_192816_219_eciRGBv2_kleiner-768x576.jpg 768w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/01\/3_IMG_20250426_192816_219_eciRGBv2_kleiner-1536x1152.jpg 1536w, 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1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wassergebundene Wegedecke mit Trittsteinen und Kr\u00e4utern wie zum Beispiel Sand-Thymian in Steffis Refugium<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>(aus: Der Gr\u00fcne Bote. Mit freundlicher Genehmigung des <a href=\"https:\/\/xn--kleingrten-essen-0nb.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Stadtverbandes Essen der Kleing\u00e4rtnervereine e.V.<\/a>)<\/p><script>\r\n              jQuery(document).ready(function(){\r\n                jQuery(\"a.btn-iframe-link\").each(function(){\r\n                        jQuery(this).bind(\"click\",function(){\r\n                              event.preventDefault();\r\n                                          \r\n                                jQuery(this).parent().parent().css(\"min-height\",\"500px\");\r\n                               jQuery(this).parent().parent().html(\"<iframe src=\\\"\"+jQuery(this).attr(\"btn_iframe_link\")+\"\\\" style=\\\"border: 0;min-height:500px;\\\" frameBorder=\\\"0\\\"  width=\\\"100%\\\"><\/iframe>\");\r\n                        });\r\n                   \r\n                });\r\n                jQuery(\"a.btn-text-link\").each(function(){\r\n                            jQuery(\"a.btn-text-link\").unbind(\"click\").bind(\"click\",function(){\r\n                                    var text_link = jQuery(this).attr(\"text-link\");\r\n                                     jQuery(\"body\").append(\"<div class=\\\"modal fade in\\\" id=\\\"youtube_text_link\\\" tabindex=\\\"-1\\\" role=\\\"dialog\\\" aria-labelledby=\\\"myModalLabel\\\" style=\\\"overflow-y: scroll; 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