


{"id":3262,"date":"2025-04-04T14:42:13","date_gmt":"2025-04-04T12:42:13","guid":{"rendered":"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/?p=3262"},"modified":"2025-10-29T10:11:17","modified_gmt":"2025-10-29T09:11:17","slug":"die-biodiversitaetssaeule-gehoelzsaeule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/2025\/04\/04\/die-biodiversitaetssaeule-gehoelzsaeule\/","title":{"rendered":"Die Biodiversit\u00e4tss\u00e4ule (Geh\u00f6lzs\u00e4ule)"},"content":{"rendered":"<!DOCTYPE html>\n<html><head><meta charset=\"UTF-8\"><\/head><body>\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Lebens-, Nahrungs- und R&uuml;ckzugsraum f&uuml;r Tiere in G&auml;rten, &ouml;ffentlichen Gr&uuml;nfl&auml;chen, landwirtschaftlichen Fl&auml;chen und in der freien Landschaft<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Von Karsten Mody<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ziel der Biodiversit&auml;tss&auml;ule (Geh&ouml;lzs&auml;ule) ist es, unmittelbar mit der Anlage und Pflanzung einen R&uuml;ckzugsraum f&uuml;r V&ouml;gel und andere Tiere herzustellen, der einem langj&auml;hrig etablierten Dornengeb&uuml;sch auf strukturreichem Untergrund entspricht und nur einen geringen Platzbedarf aufweist. Durch die Verwendung einer gr&ouml;&szlig;eren Artenzahl heimischer Wildgeh&ouml;lze (vorzugsweise mit Dornen oder Stacheln) wird zus&auml;tzlich zum Schutzraum ein sehr gro&szlig;es Nahrungsangebot f&uuml;r zahlreiche Tiere wie Insekten, V&ouml;gel und fruchtfressende S&auml;ugetiere geschaffen. An den Begrenzungspf&auml;hlen k&ouml;nnen Nisthilfen f&uuml;r Insekten, V&ouml;gel und Kleins&auml;uger (z.B. Bilche) angebracht werden. Durch die Anlage eines Stein- oder Totholzhaufens im Bodenbereich der Biodiversit&auml;tss&auml;ule k&ouml;nnen weitere R&uuml;ckzugsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r Insekten, Amphibien, Reptilien und Kleins&auml;uger integriert werden. M&ouml;chte man langfristig einen Baum im Bereich der S&auml;ule etablieren, werden einige Baumsamen wie z.B. Eicheln, Bucheckern oder Samen von Speierling oder Elsbeere im Schutz der S&auml;ule ausges&auml;t, aus denen dann ein oder zwei S&auml;mlinge zu B&auml;umen heranwachsen k&ouml;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bestandteile und Anlage:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Pf&auml;hle<\/strong>: Die Pf&auml;hle aus unbehandelten Harth&ouml;lzern markieren die Ausdehnung der Biodiversit&auml;tss&auml;ule und werden als erstes eingeschlagen. Sie dienen der Abgrenzung der S&auml;ule, geben den Dornenzweigen dauerhaft Struktur und helfen, die Geh&ouml;lze zu lenken und zu sch&uuml;tzen. Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nnen die Pf&auml;hle sehr gut zur Anbringung verschiedener Nisthilfen verwendet werden, selbst als Nistm&ouml;glichkeit dienen (Pf&auml;hle mit Bohrl&ouml;chern oder direktem Zugang f&uuml;r holzbewohnende Insekten) und auch als Sitzwarte genutzt werden. Durch die Verwendung von Pf&auml;hlen unterschiedlicher St&auml;rke und H&ouml;he k&ouml;nnen die verschiedenen Bed&uuml;rfnisse in optimierter Form erf&uuml;llt werden. Die Anzahl der Pfosten und der Abstand zwischen den Pfosten kann den r&auml;umlichen Gegebenheiten angepasst werden. Die Verwendung von f&uuml;nf Pfosten bietet die M&ouml;glichkeit, f&uuml;nf verschiedene Geh&ouml;lze harmonisch anzuordnen und zu pflanzen; es k&ouml;nnen aber auch mehr oder weniger Pfosten\/Geh&ouml;lze verwendet werden. Je nach Anzahl der verwendeten Pfosten werden diese in Form eines Vierecks, F&uuml;nfecks oder Sechsecks einschlagen, also nicht in Reihe, denn es soll zwischen ihnen der gesch&uuml;tzte Raum im Inneren entstehen. Der Abstand zwischen den Pfosten kann ebenfalls den Platzverh&auml;ltnissen angepasst werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Stein-\/Totholzhaufen<\/strong>: Im Zentrum der Biodiversit&auml;tss&auml;ule kann ein Stein- oder Stein-Totholzhaufen angelegt werden. Idealerweise wird dazu in der Mitte der S&auml;ule zun&auml;chst eine ca. 50 cm tiefe Grube ausgehoben, in die dann Steine und Totholz gef&uuml;llt und zu einem ca. 50 cm hohen Haufen aufgeschichtet werden. Die Ausdehnung des Haufens sollte so bemessen sein, dass noch gen&uuml;gend Platz f&uuml;r die Pflanzung der Geh&ouml;lze an der zum Inneren der S&auml;ule zeigenden Seite der Pf&auml;hle bleibt. Ein Teil des Haufens kann so weit nach au&szlig;en gezogen werden, dass er unter den Geh&ouml;lzen hervorragt und somit besonnt wird. Der Steinhaufen dient als R&uuml;ckzugsraum f&uuml;r zahlreiche bodenlebende Tierarten. Gleichzeitig trennt er die einzelnen Str&auml;ucher etwas und f&ouml;rdert so das Gedeihen unterschiedlich konkurrenzstarker Geh&ouml;lze.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Geh&ouml;lze: <\/strong>Nach dem Einschlagen der Pf&auml;hle und der Anlage des Steinhaufens werden einheimische (dornige) Geh&ouml;lze auf der dem S&auml;uleninneren zugewandten Seite der Pf&auml;hle gepflanzt (ein Strauch pro Pfahl). Diese Geh&ouml;lze, z.B. Wildrosenarten, Wei&szlig;dornarten, Kreuzdorn, Berberitze, Schlehe (empfohlen: auf nicht ausl&auml;uferbildender Unterlage) bieten mit zunehmendem Wachstum durch Bl&auml;tter, Bl&uuml;ten und Fr&uuml;chte auch zunehmend Nahrung und Schutz. Mit der Zeit durchwachsen sie die aufgeschichteten Dornenzweige und k&ouml;nnen auch entlang der Pf&auml;hle gef&uuml;hrt werden. Da die Geh&ouml;lze auf der Innenseite der Pf&auml;hle gepflanzt wurden, kann die Ausdehnung der S&auml;ule leicht kontrolliert und den jeweiligen Bed&uuml;rfnissen angepasst werden (ggf. nach au&szlig;en wachsende Zweige abschneiden). Je nach Standortanspr&uuml;chen k&ouml;nnen die Geh&ouml;lze eher auf der sonnigen oder auf der schattigen Seite der S&auml;ule gepflanzt werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Dornenzweige<\/strong>: Nach der Pflanzung der Geh&ouml;lze kann der gesamte Innenraum der S&auml;ule mit (dornigen) Zweigen gef&uuml;llt werden. Durch unterschiedliche Astst&auml;rken und Dichte der F&uuml;llung mit Zweigen entstehen vom ersten Tag an geeignete R&uuml;ckzugs- und Nistm&ouml;glichkeiten f&uuml;r V&ouml;gel, aber auch f&uuml;r verschiedene totholzbewohnende Insekten- und Pilzarten. Das Dickicht aus Dornenzweigen bietet auch vielen Bewohnern des Steinhaufens zus&auml;tzlichen Schutz. Die F&uuml;llung mit Zweigen kann im Laufe der Jahre immer wieder nach Bedarf erg&auml;nzt werden, oder sie wird mit der Zeit durch die heranwachsenden Geh&ouml;lze ersetzt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Nisthilfen<\/strong>: An den Holzpf&auml;hlen k&ouml;nnen verschiedene Nisthilfen f&uuml;r V&ouml;gel und Insekten, aber auch f&uuml;r Kleins&auml;uger wie Bilche (Gartenschl&auml;fer, Haselmaus, Siebenschl&auml;fer) angebracht werden. Dabei ist auf die Vorlieben der zu f&ouml;rdernden Tierarten zu achten: Viele V&ouml;gel bevorzugen Nistk&auml;sten in sicherer H&ouml;he (hierf&uuml;r also am besten Pfosten mit mehr als 2,5 m H&ouml;he verwenden). F&uuml;r andere Arten ist die Anbringung im Dornendickicht eine gute Wahl (z.B. Zaunk&ouml;nig, Rotkehlchen; Bilchk&auml;sten). Insektennisthilfen und exponierte Vogelnistk&auml;sten sollten in der Regel nach Ost\/S&uuml;dost ausgerichtet sein.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Umfeld der S&auml;ule<\/strong>: Der Wert der S&auml;ule f&uuml;r die Artenvielfalt kann durch die Anlage weiterer biodiversit&auml;tsf&ouml;rdernder Elemente im Umfeld der S&auml;ule erh&ouml;ht werden. Beispielsweise k&ouml;nnen auf der S&uuml;dseite ein Bereich mit offenem sandigen Boden oder ein niedrig wachsender Magerrasen und an den anderen Seiten Wildblumenwiesen oder artenreiche Saumpflanzungen angelegt werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/04\/Mody-Saeule_03_Eiche-750x1024.jpg\" alt=\"Wuchger&uuml;st f&uuml;r Eiche\" class=\"wp-image-3266\" srcset=\"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/04\/Mody-Saeule_03_Eiche-750x1024.jpg 750w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/04\/Mody-Saeule_03_Eiche-220x300.jpg 220w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/04\/Mody-Saeule_03_Eiche-768x1048.jpg 768w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/04\/Mody-Saeule_03_Eiche-1126x1536.jpg 1126w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/04\/Mody-Saeule_03_Eiche-506x690.jpg 506w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/04\/Mody-Saeule_03_Eiche-1320x1801.jpg 1320w, https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/04\/Mody-Saeule_03_Eiche.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Grafik: Petra Stripp-Scheuring<\/strong><\/p>\n<\/body><\/html><script>\r\n              jQuery(document).ready(function(){\r\n                jQuery(\"a.btn-iframe-link\").each(function(){\r\n                        jQuery(this).bind(\"click\",function(){\r\n                              event.preventDefault();\r\n                                          \r\n                                jQuery(this).parent().parent().css(\"min-height\",\"500px\");\r\n                               jQuery(this).parent().parent().html(\"<iframe src=\\\"\"+jQuery(this).attr(\"btn_iframe_link\")+\"\\\" style=\\\"border: 0;min-height:500px;\\\" frameBorder=\\\"0\\\"  width=\\\"100%\\\"><\/iframe>\");\r\n                        });\r\n                   \r\n                });\r\n                jQuery(\"a.btn-text-link\").each(function(){\r\n                            jQuery(\"a.btn-text-link\").unbind(\"click\").bind(\"click\",function(){\r\n                                    var text_link = jQuery(this).attr(\"text-link\");\r\n                                     jQuery(\"body\").append(\"<div class=\\\"modal fade in\\\" id=\\\"youtube_text_link\\\" tabindex=\\\"-1\\\" role=\\\"dialog\\\" aria-labelledby=\\\"myModalLabel\\\" style=\\\"overflow-y: scroll; 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