


{"id":2926,"date":"2024-09-10T15:13:55","date_gmt":"2024-09-10T13:13:55","guid":{"rendered":"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/?p=2926"},"modified":"2024-10-06T11:45:16","modified_gmt":"2024-10-06T09:45:16","slug":"wussten-sie-schon-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturgarten.org\/wissen\/2024\/09\/10\/wussten-sie-schon-7\/","title":{"rendered":"Gartenpflege im Herbst"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Wussten Sie schon, dass der Naturgarten im Herbst nicht aufger\u00e4umt wird?<\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Nachbarn jetzt Laub aus den Beeten harken und die Stauden ordentlich zurechtstutzen, fragt sich der ambitionierte Naturg\u00e4rtner mit einem Herz f\u00fcr Tiere, wann man abgestorbenes Pflanzenmaterial entfernen kann, ohne darin lebenden Insekten Schaden zuzuf\u00fcgen. Nun, dazu muss man sich erst einmal mit der Frage besch\u00e4ftigen, welchen Wert oder Nutzen dieses Material denn hat. Wer nutzt es und wie lange?<br><br>Fakt ist, dass es f\u00fcr jede Phase der Verrottung Spezialisten gibt. Und da reden wir nicht nur \u00fcber Insekten, die darin Schutz zum \u00dcberwintern suchen. Totes Pflanzenmaterial ist Lebensraum f\u00fcr eine Unzahl von Mikroorganismen und Kleinstinsekten, die darin nicht nur Schutz suchen, sondern direkt oder indirekt davon leben. Meist kreisen unsere Gedanken nur um aufrecht stehende St\u00e4ngel, weil wir darin Larven oder Puppen vermuten, die im Fr\u00fchjahr schl\u00fcpfen. Das ist aber nur ein Aspekt.<br><br>Larven, die in den St\u00e4ngeln Schutz zum \u00dcberwintern suchen, verlassen diese schon recht fr\u00fch im Jahr, sobald die Temperaturen mild genug sind, um an dem frischen Aufwuchs zu fressen. Anders sieht es mit denen aus, die sich an oder in den St\u00e4ngeln verpuppen oder vom St\u00e4ngelinneren fressen. Die Puppenruhe kann, je nach Art, \u00fcber den Winter bis Anfang April dauern und sich bis in den Sp\u00e4tsommer hinziehen. Manche fr\u00fchen Arten verlassen die St\u00e4ngel schon im M\u00e4rz, fressen sich rund und kehren dann wieder in einen St\u00e4ngel zur\u00fcck um sich zu verpuppen.<br><br>Dabei ist St\u00e4ngel nicht gleich St\u00e4ngel. Neben der Pflanzenart kann auch der Standort wichtig sein. Und dabei reden wir manchmal von wenigen Zentimetern. St\u00e4ngel, die am Rand und ziemlich frei stehen, beherbergen oft andere Arten als solche, die einen Meter weiter dicht an dicht stehen. Entscheidend ist dabei das Mikroklima. Ver\u00e4ndert sich das, bekommt es den Bewohnern meist nicht gut.<br><br>R\u00e4umt man abgestorbenes Material ab, ver\u00e4ndert man dieses Mikroklima immer. Egal ob man das Material b\u00fcndelt und aufrecht stellt oder es flach auf dem Boden schichtet. Der Verrottungsprozess ver\u00e4ndert sich dadurch. Feuchte, Temperatur und Sonneneinstrahlung \u00e4ndern sich, Pilze und Bakterien nehmen zu oder ab. Wann immer man also abgestorbenes Pflanzenmaterial entfernt, t\u00f6tet man damit Lebewesen und vernichtet Lebensraum.<br><br>Gleiches gilt auch f\u00fcr bodenbedeckendes Blattwerk oder Laub. Dieses deckt den Boden an manchen Stellen komplett ab. In diesem Miniaturkomposthaufen leben auch unz\u00e4hlige Pilze, Mikroorganismen und Klein- und Kleinstinsekten. Allerlei Getier, vom Molch \u00fcber Schnecken, K\u00e4fer und sonstiges suchen darunter Schutz vor Tageslicht und K\u00e4lte. Und nichts davon ist unwichtig. Robuste Pflanzen wachsen da durch. Wo das nicht passiert, entsteht im Folgejahr freier Boden, auf dem \u00fcberall vorhandene Pflanzensamen wieder keimen k\u00f6nnen. So entsteht so ein stabiler N\u00e4hrstoffkreislauf, der sowohl Pflanzen als auch Insekten und anderen Organismen zugutekommt.<br><br>Oft wird argumentiert, man m\u00fcsse das aber abr\u00e4umen, damit die Pflanzen wachsen k\u00f6nnen. Ja, das gilt f\u00fcr Wiesen an sonnigen Standorten, die gem\u00e4ht in den Winter gehen. Diese werden ja nat\u00fcrlicherweise von gro\u00dfen Pflanzenfressern beweidet. Von diesen harken wir tats\u00e4chlich zu viel Laub in die angrenzenden Staudenbeete oder Hecken. Alle anderen Pflanzen sind es gewohnt, sich mit ihrem abgestorbenen Blattwerk \u00fcber den Winter zu sch\u00fctzen oder auch von Laub bedeckt zu werden. Lassen wir also ihnen und den vielen verborgenen Lebewesen ihre Ruhe und genie\u00dfen den goldenen Herbst mit seinem raschelndem Laub.<\/p><script>\r\n              jQuery(document).ready(function(){\r\n                jQuery(\"a.btn-iframe-link\").each(function(){\r\n                        jQuery(this).bind(\"click\",function(){\r\n                              event.preventDefault();\r\n                                          \r\n                                jQuery(this).parent().parent().css(\"min-height\",\"500px\");\r\n                               jQuery(this).parent().parent().html(\"<iframe src=\\\"\"+jQuery(this).attr(\"btn_iframe_link\")+\"\\\" style=\\\"border: 0;min-height:500px;\\\" frameBorder=\\\"0\\\"  width=\\\"100%\\\"><\/iframe>\");\r\n                        });\r\n                   \r\n                });\r\n                jQuery(\"a.btn-text-link\").each(function(){\r\n                            jQuery(\"a.btn-text-link\").unbind(\"click\").bind(\"click\",function(){\r\n                                    var text_link = jQuery(this).attr(\"text-link\");\r\n                                     jQuery(\"body\").append(\"<div class=\\\"modal fade in\\\" id=\\\"youtube_text_link\\\" tabindex=\\\"-1\\\" role=\\\"dialog\\\" aria-labelledby=\\\"myModalLabel\\\" style=\\\"overflow-y: scroll; 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