NATURGARTENTAGE 2023 – Vorschau

Einer der interessantesten Beiträge und Höhepunkt am Sonntag wird der Vortrag von dem Biologen und Dokumentarfilmer Jan Haft sein, mit dem wir nun bereits im Vorfeld ein spannendes Interview führen konnten.

Der Paläontologe wird uns die 16 Großtiere vorstellen, die heute noch in Deutschland lebten, wenn der moderne Mensch nicht Pfeil und Bogen oder die Speerschleuder erfunden hätte. Diese großen Pflanzenfresser, von denen der Rothirsch einer der kleinsten ist, gestalteten in den letzten Warmzeiten unsere Landschaft mosaikartig mit Wiesen, Strauch- und Baumgruppen. Nach dem Verschwinden dieser Arten ersetzte der Mensch sie durch seine Haustiere, was solange funktionierte, bis er die Rinder in Ställe sperrte.

Was damit alles verloren ging, wird uns Jan Haft nicht nur sehr anschaulich und verständlich, sondern auch fachlich fundiert erläutern. Er wird uns beispielhaft auch in Filmsequenzen zeigen, wie die Kleintierwelt reagiert, wenn statt der Europäischen Wasserbüffel – deren Vorkommen in der Eem-Warmzeit in Deutschland nachgewiesen ist – die heute noch lebenden Asiatischen Wasserbüffel hier „auftauchen“. Das Gedächtnis der vielen kleinen Tiere scheint über 10.000 Jahre zurück zu reichen, denn sie können sofort was mit den großen anfangen!

Jan Haft berichtet leidenschaftlich von wilden Weiden, Großtieren und ihren vielen verschiedenen „Dienstleistungen“ für Insekten und andere kleine Tiere. Und er spricht uns an: Unsere Gärten seien die Landschaft im Kleinen, die mosaikartige Urlandschaft, die mit uns ihre Vielfalt entwickeln kann.

Die Naturgärtnerin oder der Naturgärtner ist hier das „große Tier“, das auf seinen Trampelpfaden nackten Boden schafft, in denen Wildbienen nisten können, das einiges abfrisst (mäht), anderes nicht. Wo das Großtier eine Suhle wälzen würde, bauen wir einen Gartenteich – und so vieles mehr.  

Freuen wir uns also auf diesen spannenden Vortrag und auch viele andere an den Tagen zuvor!

www.naturgartentage.de

(Foto Jan Haft)